Sponsored Beiträge sind als Anzeige zu kennzeichnen

Urteil sponsored Post

Bezahlte Beiträge sind bei Bloggern nicht ungewöhnlich und eine gute Möglichkeit, um Geld mit Bloggen zu verdienen. Presserechtlich sind solche Beiträge Werbung und müssen auch gekennzeichnet werden. Die meisten der Blogger tun das, indem Sie „sponsored Post“ oder „sponsored by“ oder „bezahlter Beitrag“ unter oder im besten Fall über den Artikel schreiben. Das ist gefährlich.

Der BGH hat ein Urteil dazu gefällt und geurteilt, dass diese Kennzeichnung nicht ausreichend ist. Diese bezahlten Beiträge müssen als „Anzeige“ gekennzeichnet werden.

Ich zitiere aus dem Urteil:

Das strikte Gebot der Kenntlichmachung von Anzeigen werde verletzt, wenn der präzise Begriff der Anzeige wie im vorliegenden Fall vermieden und stattdessen ein unscharfer Begriff gewählt werde. Die Kennzeichnung der Beiträge mit den Wörtern „sponsored by“ reiche nicht aus, um den Anzeigencharakter der Veröffentlichungen zu verdeutlichen.

Mit dem Gebot, die in Rede stehenden Veröffentlichungen mit dem Wort „Anzeige“ und nicht mit der Bezeichnung „Sponsored by“ zu kennzeichnen, ist auch keine übermäßige Beschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit im Einzelfall verbunden. Verstehen nennenswerte Teile der Leserschaft den Begriff „Sponsored by“ nicht dahin, dass die Beklagte für die Veröffentlichung ein Entgelt erhalten hat, kann seine Verwendung den Begriff „Anzeige“ nicht ersetzen.

Fazit: Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte seine verkauften Beiträge als Anzeige kennzeichnen und nicht nur als Sponsored Post.

Quelle: Peter Hense

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Über Sebastian 37 Artikel
Ich bin Sebastian. Ich bin Geschäftsführer und Gesellschafter einer Online-Marketing-Agentur aus Deutschland. Seit 2015 reise ich mit meiner Frau um die Welt und verdiene mein Geld von unterwegs. Hier schreibe ich darüber, wie ich mein Unternehmen mit Mitarbeitern so strukturiere, dass ich es aus jedem Land der Welt führen kann. Reiseberichte von mir findest du hier ebenfalls.

11 Kommentare

  1. Irgendwie verstehe ich es nicht so recht, wieso nun gerade die Bloggerwelt dieses eine Urteil so promotet. Wenn ich mir Magazine on- oder offline anschaue dann steht dort nur bei der Werbung auch Werbung dabei. Also bei den Anzeigen. Auch wenn man Reiseberichte, Testberichte, Buchrezensionen, etc. Liest, gehe ich oft davon aus, dass der Schreiberling kostenlos dort war, _das Buch geschenkt bekam, etc. Es gibt Veranstaltung wo Dutzende von Presseleute gratis reinkommen- wenn sie danach darüber schreiben, lese ich nirgendwo Werbung. Gehen die nun alle auf Nummer unsicher??

    • Wie du schon sagst, steht bei Magazinen eben Werbung oder Anzeige und nicht Sponsored Post. Das ist genau das, worum es geht. Es geht nicht um verschenkte Bücher noch um Pressereisen oder sonstiges sondern einzig und allein um die Bezeichnung Sponsored Post.

      • Ich glaub, Nadine meint eher, dass Journalisten zum Beispiel kostenlos auf ein Konzert kommen oder CD geschickt bekommen und dann darüber schreiben. Bei diesen Artikeln steht nie etwas von Anzeige, entspricht doch aber derselben Praktik, wie wenn ein Blogger ein Produkt zur Verfügung gestellt bekommt und dann darüber schreibt. Oder?
        Grüße
        Jörg

        • Danke für den Hinweis Jörg.

          Es geht bei der Kennzeichnung um gezielt bezahlte Beiträge. Wenn der Blogger oder das Magazin, ob Print oder Online ein Produkt erhält mit der Maßgabe positiv darüber zu berichten, dann ist das nach meiner Meinung ebenso Werbung und zu kennzeichnen! Wenn ich ein Produkt erhalte und es wirklich teste und diesen Testbericht veröffentliche, dann ist es meiner Meinung nach keine Werbung und muss auch nicht markiert werden.

  2. Hi Sebastian, wie siehst du das bei Youtube Videos und Pressereisen? Bei meinen letzten zwei Videos habe ich die gesamte Zeit oben rechts „Pressereise“ eingeblendet. Und das, obwohl ich Fahrtkosten und teilweise sogar Spesen selbst gezahlt habe. Ein Honorar habe ich nicht erhalten. Ich berichte auch ehrich und lobe nur was mir wirklich gefällt. Ist das übertrieben, wenn ich „Pressereise“ die gesamte Zeit einblende? Diese dauerhafte Einblendung macht irgendwie meinen ganzen Film kaputt. Ich würde das lieber nur am Anfang und Ende schreiben. Was denkst du? Liebe Grüße von Elischeba

    • Hallo Elischeba, naja, wenn es Werbung ist, muss es gekennzeichnet werden. So eine Pressereise ist ja so ein „Zwischending“. Du wirst eingeladen, es werden Teile der Kosten oder auch mal alles übernommen und man erwartet aber verlangt keine positive Berichterstattung. Ob das jetzt Werbung ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen, dazu fehlt mir einfach das rechtliche Grundwissen. Grundlegend kann dir da nur ein Rechtsanwalt eine verbindliche Aussage zu geben.

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