Leben im Wohnmobil

Wäsche und löten, business as usual ;-)
Wäsche und löten, business as usual ;-)

Seit fast über vier Jahren leben und arbeiten wir zwei in unserem Wohnmobil. Dieser Artikel soll ein Überblick für dich sein und Fragen beantworten, wenn du dich damit beschäftigst, im Wohnmobil zu leben.

Unser Fazit nach vier Jahren

Diesen Weg gewählt zu haben, ist für uns das Beste, was wir tun konnten. Die Freiheit, zu stehen wo die Sonne scheint, hinzufahren wohin wir wollen und zu arbeiten wo die Aussicht schön ist, ist genau das, was wir gesucht haben. Wir haben keinen Tag bereut, den Schritt gemacht zu haben.

Natürlich ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Es gibt auch im Wohnmobil Hochs und Tiefs. Es gibt mal Probleme, wir streiten uns auch mal oder jemand hat schlechte Laune. Wir sind ja auch nur Menschen 😉 Allerdings sind die Tiefs selten und das ist es, was zählt.

Welche Vorteile hat das Leben im Wohnmobil?

Da gibt es einige:

  • Ortsunabhängigkeit: du kannst mit dem Camper reisen, wann und wohin du möchtest. Wenn dir dein Nachbar nicht mehr passt, fährst du weiter. Wenn du keinen Nachbar willst, fährst du dahin, wo keiner ist.
  • Du kannst am Meer aufwachen oder in den Bergen.
  • Du kannst an den schönsten Orten Abends draußen sitzen und danach ins Bett gehen in dem Wissen, dass du morgens mit dieser tollen Aussicht frühstücken wirst…
  • Du hast weder Miete noch Nebenkosten für eine Wohnung und musst dich auch nicht mit Vermietern, Hausmeistern oder Nachbarn herumärgern.

Gibt es auch Nachteile?

Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Das Leben im Wohnmobil passt nicht so recht in unsere Welt und in die Gesetzeslage. Einige Stolpersteine habe ich weiter unten aufgeführt. Auch Lösungen dazu.

Du hast zwar keinen Vermieter oder Hausmeister, mit dem du dich arrangieren musst, aber dafür Stellplatzbetreiber und Stellplatznachbarn. Das schöne ist jedoch, dass man mit dem Camper einfach weiter fahren kann, wenn einem der Nachbar nicht mehr passt.

Ist das Leben im Camper Urlaub?

Wenn du nicht mehr arbeiten musst, dann ist das Leben im Reisemobil sicherlich wie ein nicht endender Urlaub. Viele Menschen denken, dass ist bei uns auch so.

Ist es jedoch nicht. Wir arbeiten ja noch. Aber wir arbeiten eben an Orten, die uns gefallen und inspirieren und wo wir uns wohlfühlen. So steigt die Kreativität und Leistungsfähigkeit bei der Arbeit und wir schaffen mehr in weniger Zeit und arbeiten daher weniger als früher.

Wir sind jedoch nicht jeden Tag unterwegs und schauen uns die Landschaft oder Städte an, sondern haben auch einen Alltag.

Ressourcen sind knapp im Wohnmobil

Wasser, Strom, Heizung, Gas, Abwasser, Toilettenspülung, Toilettentank – alles ist begrenzt. Im Gegensatz zu einer Wohnung, wo du einfach den Wasserhahn aufdrehen und laufen lassen kannst, versiegt das Wasser im Wohnmobil irgendwann. Immer, wenn der Frischwassertank leer ist und vermutlich gerade keine Möglichkeit besteht, dieses aufzufüllen. Daher ist unser Motto: „Alle Ressourcen werden bei jeder sich bietenden Gelegenheit aufgefüllt!“

Außerdem haben wir nachfolgend noch einige Tipps zum Sparen von Ressourcen:

Strom im Wohnmobil

Unser Wohnmobil ist dank Solar auf dem Dach autark. Die Anlage haben wir komplett selbst berechnet, dimensioniert, gekauft und montiert. Wir hatten bisher keinen Tag, an dem wir keinen Strom hatten. Landstrom (also Strom auf einem Stellplatz) nutzen wir maximal, wenn er im Preis enthalten ist, um den Kühlschrank damit zu betreiben. Das spart uns Gas. Die Anlage auf dem Dach macht uns komplett autark. Wir können unbegrenzt lang stehen, ohne dass uns der Strom ausgeht.

Wir haben keinerlei 220 Volt Geräte dabei. Im Wohnmobil haben wir Batterien mit 12 Volt. Es gibt zwar Wechselrichter, die aus den 12 Volt 200 Volt machen, aber dabei entstehen 20% Verlust. Den vermeiden wir. Fernseher, Internet, Ladegeräte für Handy, Laptop, Kamera etc. laufen alle auf 12 Volt. Die Kaffeemaschine läuft mit Gas. Einen Fön brauchen wir nicht bei den Temperaturen. Gerade diese Geräte belasten die Batterien extrem stark.

Wasser, Toilette und Dusche im Reisemobil

Beschränkte und beschränkende Ressourcen im Wohnmobil sind außerdem Wasser und Toilette. Wasser wird in Tanks mitgeführt und Toiletten sammeln die Fäkalien ebenfalls in Tanks. Diese beiden Ressourcen bestimmten in unserem Mobil die autarke Stehzeit. Je mehr Wasser du dabei hast, je mehr Kapazität deine Toilette hat, desto länger kannst du frei stehen.

Wir haben 160 Liter Frischwasser, 15 Liter in der Toilettenspülung und 20 Liter Kapazität für Fäkalien in der Toilette. Damit kommen wir zu zweit ca. eine Woche aus. Duschen ist bei dem begrenzten Wasservorrat für jeden 1-2 Mal je Woche drin. Zusätzlich haben wir noch eine Solardusche dabei, bei Sonne wärmt sich darin das Wasser selbst auf.

Warmwasser und Heizung betreiben wir mit Gas. Wir haben zwei 11 kg Gasflaschen dabei. Damit heizen wir bei Bedarf, bereiten Warmwasser und betreiben den Kühlschrank.

Wass sparen kannst du, indem du statt täglich zu duschen nur ein bis zwei Mal je Woche duschst und ansonsten zum Waschlappen greifst. Spülen in der Toilette muss nur ein klein wenig sein, da braucht man nicht viel Wasser. Den Abwasch kann man ein wenig sammeln, damit das Wasser effizienter genutzt werden kann. Die Toilette ist weniger schnell voll, wenn du das benutzte Toilettenpapier in einen Abfalleimer entsorgst statt in die Toilette. Das hat unsere Zeit bis zur notwendigen Entleerung verdoppelt.

Internet im Wohnmobil

Internet im Wohnmobil: Hier unsere Sat-Internet und WLAN Antennen
Internet im Wohnmobil: Hier unsere Sat-Internet und WLAN Antennen

Dieses Thema hat mich als Technik-Nerd besonders gereizt und ich habe viel herumgespielt und experimentiert. Das Herzstück für das Internet in unserem Wohnmobil ist ein Raspberry Pi und ein Huawei MiFi Router. Daran angeschlossen ist eine große Außen-WLAN-Antenne, 2 LTE-Antennen und eine Satelliten-Internet-Schüssel. Damit haben wir immer Internet. Im Inneren stellt der Raspberry ein WLAN zur Verfügung, an dem sich alle Geräte anmelden können. Mehr dazu in einem eigenen Artikel.

Mehr zum Internet im Wohnmobil
Wenn du mehr zu diesen Thema erfahren möchtest, dann lies unseren Artikel Internet im Wohnmobil wie wir es lösen.Dort erklären wir die Details und Lösungen, die wir ausprobiert

Kochen im Wohnmobil

Das Kochen funktioniert fast wie im Steinhaus. Wir haben einen dreiflammigen Gasherd, einen Kühlschrank und einen Omnia Backofen. Damit kochen wir so wie auch zu Hause früher.

Gasflaschen im Ausland

Wenn wir nach Spanien fahren, haben wir je eine Gasflasche aus Deutschland und eine aus Spanien dabei. Nicht überall kann man die deutsche Flasche auffüllen lassen. Die spanischen Flaschen sehen anders aus und haben auch einen anderen Anschluss. Das gilt für viele Länder in Europa. Es gibt keine Norm und so macht jedes Land seinen eigenen Standard. Dafür haben wir ein Gasanschluss Set dabei. Damit können wir jede Flasche an unser Wohnmobil anschließen:

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Was kostet das Leben im Wohnmobil

Ich habe in der nachfolgenden Tabelle mal zusammengetragen, was wir an monatlichen Kosten haben:

Wasca. Kosten/ Monat
Krankenversicherung600€
Unfallversicherung, BU-Versicherung100€
Handy, Internet200€
Stellplätze0 - 150€
Diesel200€
Gas10€
Versicherung/ Steuern, ADAC für Simon60€
Hund (Futter, Versicherung, etc.)150€
Maut0 - 50€
Essen, Waschen, etc.400€
Summe1720 - 1920€

Die Kosten schwanken je nach Monat natürlich. Manchmal stehen wir einen ganzen Monat komplett kostenlos und manchmal zahlen wir jeden Tag Stellplatzgebühren. Ab und zu fahren wir mautpflichtige Straßen, und auch beim Essen schwanken die Ausgaben.

Wie du siehst, sind die Versicherungskosten bei uns relativ hoch. Das liegt einfach an unseren medizinischen Vorgeschichten, die das notwendig machen.

Andere im Wohnmobil Lebende Menschen, die wir so treffen, haben deutlich geringere Kosten oder auch deutlich höhere Kosten. Das hängt alles sehr individuell von den Menschen ab. Je minimalistischer du dein Leben gestaltest, desto günstiger wird es. Je mehr Komfort und Luxus du brauchst, desto teurer wird es.

Wir machen wir das mit dem Geld?

Wir sind beide Anfang 40 und noch aktiv im Arbeitsleben. Wir verdienen von unterwegs aus dem Wohnmobil unser Geld. Wir betreiben Webseiten und Projekte wie zum Beispiel das Camping Magazin CamperStyle und das Haustiermagazin. Steffi hat außerdem ein Buch im Selbstverlag geschrieben und Sebastian ist als Onlinemarketing-Berater für verschiedene Kunden tätig.

So können wir bequem von unterwegs arbeiten und Geld verdienen. Wir arbeiten nicht allein an unseren Projekten sondern mit Kollegen und Angestellten, die alle ortsunabhängig arbeiten. Wir haben uns in den letzten 10 Jahren eine Infrastruktur an Werkzeugen und Prozessen aufgebaut, die es uns ermöglicht, entspannt auch über große Entfernungen im Team zu arbeiten.

Wir verdienen damit genug Geld, um unsere Kosten zu decken und in finanzieller Freiheit zu leben. Gleichzeitig auch Geld für die Altersvorsorge zurückzulegen. Das Geld dafür investieren in eine kleine private Rentenversicherung sowie ETFs, Aktien und P2P Kredite.

Versicherungen

Diese machen tatsächlich einen großen Kostenblock bei uns aus. Im einzelnen sind das:

  • Krankenversicherung
  • Ergänzung für das Ausland
  • Unfall- und BU-Versicherung
  • Haftpflichtversicherung, auch für den Hund und die Drohne
  • Haftpflicht und Vollkasko für das Wohnmobil
  • Inhalteversicherung für unsere Technik

Krankenversicherungen könnten wir auch sehr preiswert im Ausland abschließen. Wir haben jedoch beide eine Krankenvorgeschichte und würden daher viele Leistungen nicht bezahlt bekommen, was eine Versicherung unnütz machen würde. Daher sind die Kosten bei uns recht hoch. Dieses Maß an Sicherheit brauchen wir einfach, auch für den Kopf.

Unfall- und BU sind uns einfach wichtig, sie sichern uns ab für doofe Unfälle. Die Haftpflichtversicherungen sind einfach Pflicht.

Ist ein Leben im Wohnmobil erlaubt?

Diese Frage kommt immer mal wieder auf und wird uns ab und an gestellt. Auch wenn der Lebensstil, den wir führen, in den Gesetzen nicht vorgesehen ist und das immer mal wieder zu rechtlichen Grauzonen führt, ist er nicht verboten. Auf die Probleme gehe ich im Laufe des Artikels noch ein. Es gibt sogar Urteile, dass Bezieher von ALGII Anspruch auf Erstattung der Versicherung und Steuern für ein Wohnmobil haben, wenn sie statt in einer Wohnung, in einem Wohnmobil leben. (Quelle: Az. B 14 AS 79/09 R und ein Artikel bei der Kanzlei Klier)

Meldeadresse und fester Wohnsitz mit Wohnmobil

Das neue Meldegesetz ist eines der Hauptprobleme am Leben im Wohnmobil. Der Staat hat es damit Menschen, die im WoMo leben wollen nicht leichter gemacht. Seit dem 01.11.2015 gab es einige Änderungen, die wichtigen Dinge habe ich hier zusammengefasst:

  • Wenn du in eine neue Wohnung ziehst, musst du dich innerhalb von 2 Wochen anmelden (BMG §17 Abs. 1).
  • Bei einem Auszug musst du dich innerhalb von 2 Wochen abmelden (BMG §17 Abs. 1). Du kannst dich maximal eine Woche vor Auszug abmelden.
  • Erfolgt beides nicht fristgerecht, werden bis zu 1.000 Euro Bußgeld fällig (BMG §54). Bekommst du nicht rechtzeitig einen Termin, reicht normalerweise eine schriftliche Terminbestätigung zur Terminwahrung.
  • Zur Anmeldung einer neuen Wohnung benötigst du eine Bestätigung vom Vermieter (BMG §19). Der Vermieter muss diese ausstellen.
  • Wer eine solche Bestätigung ausstellt, ohne das es ein Mietverhältnis gibt oder der Mieter dort tatsächlich wohnt, muss mit 50.000 Euro Bußgeld rechnen (BMG §54).
  • Wer im Ausland lebt und nur zu Besuch in Deutschland ist, muss sich erst nach drei Monaten anmelden (BMG §27 Abs. 2).

Wer das ganze Jahr im Wohnmobil lebt, für den gibt es eigentlich nur eine Lösung – sich innerhalb von 14 Tagen abmelden. Allerdings entstehen daraus einige Nachteile:

  • Die Anmeldung eines Fahrzeuges (Wohnmobil oder Wohnwagen) ist an eine Meldeadresse gebunden (FZV §6, Abs. 1, Punkt 1). Wenn du dich abmeldest, kannst du kein Fahrzeug anmelden und musst ein angemeldetes Fahrzeug abmelden (FZV §13, Abs. 1, Punkt 1). Lösung 1: Dein Wohnmobil könnte auf Freunde oder Familie angemeldet werden, allerdings mit allen Risiken und Pflichten für diejenigen. Lösung 2: Du kannst einen Bevollmächtigten benennen, der die Anmeldung für dich übernimmt und auch Post empfangen kann. Siehe dazu diese Antwort von einem Anwalt.
  • Ein Einzelunternehmen ist an eine Meldeadresse gebunden. Die Alternative wäre eine juristische Person, also eine GmbH oder eine UG zu gründen, bei dem mindestens ein Gesellschafter einen festen Wohnsitz in Deutschland hat oder einen Bevollmächtigten in Deutschland zu haben. Wenn du schon ein Gewerbe hast, dann kannst du es weiter laufen lassen. Du brauchst dann aber eine Ladungsfähige Adresse als Geschäftsanschrift und einen Briefkasten. So etwas kannst du bei Dienstleistern mieten.
  • ALG II und Sozialgeld sowie Sozialhilfe und Kindergeld sind kommunale Leistungen und an den Wohnsitz gebunden. Die fallen weg.
  • Förderungen, Existengründerzuschüsse etc. fallen weg.
  • Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt in Europa nur sehr abgespeckt. Private Versicherungen erfordern in den Bedingungen fast immer einen deutschen Wohnsitz. Hier solltest du also eine Auslandszusatzversicherung abschließen, wenn du keinen deutschen Wohnsitz hast. Achte hierbei genau auf die Versicherungsbedingungen.
  • Einige Banken, vor allem solche mit Fillialen könnten die deutsche Meldeanschrift als Pflicht sehen. Bei der DKB oder der Comdirect brauchst du keinen deutschen Wohnsitz.
  • Du darfst ohne deutschen Wohnsitz auch nicht wählen.

Die Alternativen sind:

  • Anmeldung auf einem Zelt- oder Campingplatz oder Hotel (BMG §29 Abs. 4). Das geht aber nur, wenn Wohnmobil oder Wohnwagen primär dort stehen und nur selten bewegt werden (BMG §20).
  • Miete einer Wohnung und das dortige Melden
  • Bei Freunden oder Familie wohnen und anmelden

Wenn du dich bei Freunden oder Familie meldest, dann ist es wichtig, dass du dort auch wohnst. Kleidung, Bett und andere Dinge des täglichen Bedarfs sind Indizien dafür, dass du da lebst. Ebenso wie eigene Räumlichkeiten. Bist du nur gemeldet, kann das wie oben geschrieben bis zu 50.000 Euro Bußgeld kosten.

Wo kann man im Wohnmobil wohnen?

Legal ist das in Deutschland auf Campingplätzen, Wohnmobil-Stellplätzen und privaten Grundstücken erlaubt. Die Übernachtung auf öffentlichen Park- oder Rastplätzen ist nur für die Wiedererlangung der Fahrtüchtigkeit zulässig. Das bedeutet, dass man eine Nacht im Wohnmobil auf einem öffentlichen Parkplatz schlafen darf. Campingmöbel, Markise, Fußmatte sollten dabei aber tunlichst im Mobil bleiben. Weitere Infos zu diesem Thema findest du auf dieser Seite.

Auf einem Campingplatz darf man legal in einem Wohnmobil wohnen und auch als Postadresse angeben. Viele dieser Plätze bieten Sondertarife für Langezeitcamping an. Auf extra ausgezeichneten Wohnmobil-Stellplätzen ist längeres Stehen oft nicht verboten. Hier kannst du also auch länger übernachten.

Post ins Wohnmobil

Wir haben kein Haus und nur eine kleine Wohnung im Haus meiner Eltern. Wenn man dauerhaft unterwegs ist, dann hat man vielleicht auch keine feste Postadresse. Um trotzdem Briefe erhalten zu können, gibt es einige Lösungen:

  • Freunde oder Familie scannen deine Post und senden sie dir.
  • Du nutzt einen Service dafür wie zum Beispiel Caya. Das funktioniert über einen Nachsendeservice. Für behördliche Post funktioniert das nicht immer. Manche Briefe werden auch nicht nachgesendet sondern kommen direkt an. Wir sind sehr zufrieden mit dem Service.

Das Leben im Wohnmobil ist dein Traum?

Für uns ist auf jeden Fall ein Traum wahr geworden. Wir haben die Freiheit dahin zu fahren wohin wir wollen und von überall zu arbeiten. Wenn das auch dein Traum ist, du jedoch nicht so richtig weißt, wo du anfangen sollst und wie das für dich funktionieren kann, dann schreib uns doch eine E-Mail an i@arbeiten-unterwegs.de. Wir haben in den letzten drei Jahren einigen Menschen dabei geholfen, den Traum zu verwirklichen.

Reisen und arbeiten?

Wir entsprechen eher nicht dem doch sehr romantischem Bild der Reisenden, die ständig auf Sightseeing unterwegs sind. Wir arbeiten ja noch um uns unseren Lebensunterhalt zu verdienen. Und wir reisen immer langsamer. Reisen bedeutet nämlich Stress. Das haben wir in den letztren 4 Jahren gelernt. Fahrtzeit behandeln wir daher genauso wie Arbeitszeit. Und wenn du mal 4-5 Stunden konzentriert gefahren bist, weist du, wie anstrengend das je nach Fahrzeug sein kann. Danach noch konzentriert einige Stunden zu arbeiten macht wenig Spaß.

Wir sind genau genommen, aktuell nach über 4 Jahren etwas zum Stillstand gekommen. Wir fahren nur noch sehr wenig und bleiben viel an der selben Stelle. Das hat ganz verschiedene Gründe. Das wird sich sicher auch wieder ändern. Derzeit werden wir wohl sogar mal für ein Jahre sesshaft, also ein wenig. Wir reisen dann weniger mit dem Wohnmobil sondern eher auch mal wieder mit anderen Verkehrsmitteln. Mal sehen, wo das hinführt.

Sind wir eigentlich Camaper?

Diese Frage wird gern mal wieder gestellt. Für unser Gehirn ist es einfacher, wenn es Menschen und Dinge in Schubladen einsortieren kann. Das schafft Sicherheit und Energie beim Denken. Wir sehen uns als Menschen, die im Wohnmobil leben. Und manchmal sind wir Camper und manchmal halt nicht. Auf Campingplätzen sind wir nur äußerst selten anzutreffen, eher schon mal auf Stellplätzen oder irgendwo, wo keine Menschen sind. Campingplätze bieten eine Menge Sachen, die wir einfach nicht benötigen, jedoch trotzdem bezahlen müssten. Deshalb fahren wir diese nur im Notfall an.

Wir machen wir das mit dem Wäsche waschen?

Diese Frage ist einfach zu beantworten: Wir nutzen Waschsalons und Waschmaschinen auf den Stellplätzen, wenn vorhanden. In Frankreich, Spanien und Portugal sind an vielen Supermärkten öffentliche Waschmaschinen, die man nutzen kann. Stellplätze oder im Notfall auch mal Campingplätze mit Waschmaschinen finden wir über Apps wie CamperContact oder Park4Night.

Fazit zum Leben im Wohnmobil

Für uns hat es wesentlich mehr Vorteile und Vorzüge, als Nachteile. Es ist nicht so wirklich günstig, wir könnten aber an vielen Ecken noch sparen, wobei die Versicherungen uns wichtig sind und den Großteil ausmachen. Bei vielen Dingen muss man ein wenig improvisieren und die normalen Regeln und Gesetze passen nicht immer auf diesen Lebensstil. Ob es etwas für dich ist, kannst du nur ausprobieren und für dich selber herausfinden. Der Artikel hat dir hoffentlich einen guten Einblick gegeben und mit einigen Tipps und Tricks geholfen. Falls du noch Fragen hast, stelle sie doch einfach in einem Kommentar. Wir beantworten jede Frage.

Quellen zum Artikel:
14qm.de
Wireless Life zum Thema KV und Wireless Life zum Thema Meldeadresse

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Über Sebastian 37 Artikel
Ich bin Sebastian. Ich bin Geschäftsführer und Gesellschafter einer Online-Marketing-Agentur aus Deutschland. Seit 2015 reise ich mit meiner Frau um die Welt und verdiene mein Geld von unterwegs. Hier schreibe ich darüber, wie ich mein Unternehmen mit Mitarbeitern so strukturiere, dass ich es aus jedem Land der Welt führen kann. Reiseberichte von mir findest du hier ebenfalls.

12 Kommentare

  1. spiele auch mit dem Gedanken : Leben im WOMO . Die größte Hürde ist doch eine Wohnung , ohne die nichts geht . Wenn man Freunde und Verwandte nicht einspannen will . Damit ist die Sache doch ziemlich eingeschränkt . Vielleicht müssten sich WOMO Camper zusammen tun und gemeinsam eine pro-forma-Wohnung mieten . Hier sind noch viele creative Ideen gefragt . Die Bürokratie ist doch immer noch das ärgste
    Hinderniss . Wohnung . Versicherung . KFZ etc etc

    • Hallo Fritz,
      wir haben uns schon lange vorgenommen im Womo zu leben. Jetzt wird es akut. Bist du mit deinem Vorhaben schon weiter gekommen? Wir sind die Option des Anmeldens bei einem Familienmitglied stark am favorisieren. Scheint noch am einfachsten zu sein. Dann können alle anderen wichtigen Angelegenheiten – Versicherung, Auto usw. wie gewohnt weiter laufen und die Post wird nachgeschickt. Da wir unser Womo schon ein paar Jahre haben ist das umherfahren für uns nichts neues. Aber dennoch ist es etwas anders als permanent auf kleinem Raum zu leben. Wäre nett von dir zu hören. Bis dahin Gabi und Norbert

  2. Angemeldete Fahrzeuge dürfen mit zuverlässiger Postadresse auch weitergnutzt werden. Einfach mal beim zuständigem STVA nachfragen.
    Wir sind seit Jahren mit dem Segelboot im Mittelmeer unterwegs, auch legal auf deutsche Postadresse zugelassen.
    Bei Booten absolut normal !
    Ohne echte Meldeadresse lebt es sich freier und unbeschwerter…

  3. Wohnmobile beginnen wieder ein Trend zu werden. Freunde und ich überlegen uns gemeinsam ein Wohnmobil zu kaufen und einmal im Jahr eine längere Reise zu unternehmen. Wie Sie sagen, ist einer der Vorteile, die Ortsunabhängigkeit. Diese Freiheit ist sehr verlockend.

    • Das stimmt wohl. Es hat einige Vorteile und bietet mehr Freiheit als beispielsweise ein Pauschalurlaub.
      Es bedeutet allerdings auch ein bisschen mehr Verantwortung 😉
      Liebe Grüße
      Steffi

  4. Bei weniger als 183 Tagen im Jahr in Deutschland entfaellt auch die Einkommenssteuer. Dies ist keine Beratung… Details dann ggbfs.. Mit einem Experte klären. Wäre noch ein Vorteil.

  5. Hi!
    Als Auslandsdeutscher, kannst du an der Bundestagswahl und an der Europawahl teilnehmen.
    Musst dich nur dafür anmelden, kostenlos, Briefwahl 😉
    Gruss, Sascha

  6. Toller Blog, super Beiträge, bin durch Zufall hier gelandet und komme jetzt garnicht mehr weg: top!

    Erlaube mir zu diesem Artikel jedoch eine Korrektur: auch Obdachlose können Leistungen beziehen. Hier orientiert sich die Zuständigkeit an der letzten Meldeadresse, bei Meldeadresse wird vermerkt : ofW = ohne festen Wohnsitz. Zum Bezug von Post gibt es in jeder Stadt reine Postadressen. Hierbei handelt es sich oftmals um Diakonie, Caritas u.ä. die Post sammeln und dann aushändigen. Listen zu den Postadressen liefern die Argen/ soziale Wohnhilfe auf Nachfrage. Für Weltenbummler nütztdas nur eingeschränkt, könnte jedoch für jene interessant sein, die sich immer wieder/ regelmäßig im Umfeld einfinden?!

    Liebe Grüße
    Anoush

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