Internet im Wohnmobil – so lösen wir es

Internet im Wohnmobil
Internet im Wohnmobil

Wir leben im Wohnmobil und arbeiten auch darin. Da wir unser Geld online verdienen, ist eine schnelle und stabile Internetverbindung für uns eine der wichtigsten Ressourcen. Wir haben im letzten Jahr alle möglichen Lösungen für uns getestet und haben nun die für uns beste gefunden. Dieser Artikel zeigt dir, welche Lösung wir mittlerweile benutzen und welche Produkte wir schon ausprobiert haben und wieso wieso wir uns dagegen entschieden haben.

Das ist uns beim Internet wichtig

Die folgenden Punkte sind für uns besonders wichtig, deshalb haben wir uns für die Lösung entschieden. Das ist uns besonders wichtig:

  • Keine Abbrüche der Verbindung, das ist zum Beispiel bei einer Online-Vorlesung absolut störend und ein Nogo
  • Downstream von mindestens 6.000 MBit/s
  • Upstream von mindestens 256 kBit/s
  • keine Volumenbeschränkung
  • keine Drosselung der Geschwindigkeit
  • Verfügbarkeit in ganz Europa, am Strand, in den Bergen und in Städten

Unsere Lösung

Nach einem Jahr probieren, ärgern, Haare raufen, viel Geld ausgeben, noch mehr probieren, lernen haben wir nun unsere Lösung:

Wir hatten vorher den Tarif mit 10GB Daten immer dabei und hatten den als Fallback genutzt für Vorlesungen und kritische Aufgaben. Denn damit hatten wir immer besten Empfang und schnellstes LTE-Internet. Zusätzlich haben wir noch folgendes Equipment:

Damit können wir uns in WLANs einloggen, die bis zu 4 Kilometer entfernt sind und diese nutzen. Diese sind jedoch immer dann nicht zu finden, wenn man sie braucht. Daher dient das Ganze nur als Backup Lösung. Der Raspberry stellt ein WLAN über den Stick zur Verfügung, auf das wir uns mit den Rechnern und Smartphones per WLAN verbinden. Die WLAN Antenne auf dem Dach verbindet sich zu den entfernten WLANs. Durch den Raspberry ist das ganze wie ein Router nur mit mehr Features.

Kosten für unser Internet im Wohnmobil

Die einmaligen Kosten betrugen 100 Euro für den WLAN Router, 10 Euro für Antennenadapter und ca. 80 Euro für die beiden Antennen. Also insgesamt ca. 200 Euro einmalig.

Monatlich zahlen wir nun 199 Euro brutto. Die Internetkosten sind Firmenkosten und daher bekommt Steffi über ihre Firma die Umsatzsteuer wieder. Also sind es nur noch 167 Euro im Monat. Dafür bekommen wir außerdem jedes Jahr ein neues subventioniertes Gerät. Brauchen wir nicht, könnten wir also verkaufen. Zusätzlich haben wir eine Telefonflatrate und eine Festnetznummer dabei.

Dafür brauchen wir nicht mehr in jedem Land eine günstige Prepaid Karte suchen, diese aufladen, wir müssen kein Datenvolumen beachten, was immer im ungünstigsten Zeitpunkt alle ist. Wir haben fast immer die Wahl zwischen mehreren Anbietern für LTE in den Ländern, können also immer den besten oder stabilsten auswählen. Brauchen auch unterwegs nicht mehr auf das Internet verzichten. Denn beim Vertrag sind drei Simkarten dabei. Eine steckt im LTE Stick am Raspberry, eine im mobilen Backup-MiFi und eine im Handy.

Für uns die beste Lösung. Wenn du nur ab und an im Wohnmobil unterwegs bist, sind natürlich Prepaid Karten die günstigere Wahl. Dazu ganz unten im Artikel mehr.

Unbezahlbar – echte Internet Flatrate

Absolut unbezahlbar ist das Freiheitsgefühl das sich einstellt. Während wir im letzten Jahr fast nur auf Stellplätzen gestanden haben, weil wir oft das WLAN da genutzt haben, stehen wir dieses Jahr fast nur noch frei und abseits. Denn wir haben ja schnelles Netz. Wir können auch mal Abends Netflix streamen und eine spannende Serie ansehen oder tagsüber per Spotify Musik hören. Alle Dateien und Backups liegen nun in der Cloud und dienen dort als zusätzliches Backup.

Abends mal schnell Youtube anmachen und sich amüsieren oder den Stellplatz für die kommenden Tage mit Google Earth heraussuchen sind gar kein Problem mehr. Diese Freiheit ist absolut unbezahlbar!

Ausgangssituation – das letzte Jahr Internet im Wohnmobil

Das letzte Jahr war in Bezug auf das Internet chaotisch. Wir hatten zwar tatsächlich sehr oft Internet aber wir haben auch viel Zeit, Mühe und Geld rein investiert. Keine der von uns benutzten Lösungen sind per se schlecht. Sie waren nur für uns nicht optimal, werden aber dem einen oder anderen sicherlich nützen, deshalb schreibe ich sie hier auch auf.

v.l.n.r. Sat-Internet Schüssel, WLAN-Antenne und LTE-Antenne
v.l.n.r. Sat-Internet Schüssel, WLAN-Antenne und LTE-Antenne

WLAN im Wohnmobil

Bevor wir mit unserem WoMo gestartet sind, war die Überlegung einfach das WLAN bei Mc Donalds, andere freie Netze, Telekom Hotspotsund eben Stellplatz-Netze zu nutzen. Dazu würde es im Normalfall reichen, einfach Smartphone oder Laptop mit dem jeweiligen WLAN zu verbinden. Unser Mobil hat nun aber eine Außenhaut aus Blech und schirmt Funksignale ganz gut ab. Mir war daher klar, dass wir eine externe Antenne für den WLAN Empfang brauchen. Außerdem gibt es auf vielen Stellplätzen Codes für die WLAN-Nutzung, teilweise kostenpflichtig, die dann nur mit einem Gerät funktionieren.

Meine Lösung:

Ein Raspberry Pi mit einer dicken WLAN Antenne auf dem Dach und einem kleinen WLAN Stick direkt am Raspberry für das interne Netz. Die Kosten von Raspberry, Speicherkarte und Stromwandler von 12 Volt auf USB waren mit 60 Euro überschaubar. Die WLAN Antenne hat nochmal 70 Euro gekostet. Die Hardware Liste:

Den Raspberry habe ich dann als WLAN Access Point und Router konfiguriert. Das hat keine 2 Stunden gedauert. Fortan konnten wir uns in WLANs einloggen, die bis zu 4 Kilometer entfernt waren und so das Netz nutzen. So haben wir es genutzt:

  • auf dem Stellplatz nur ein WLAN Voucher genutzt und mit 2 Smartphones und 2 Laptops darüber im Netz gesurft
  • freie WLANs aus bis zu 4km Entfernung empfangen und genutzt

Problem: elektromagnetische Störungen

Wir hatten mit unserem WLAN immer mal wieder das Problem, dass einige Netze einfach nicht stabil funktionierten. Die Verbindungen waren langsam und instabil. Einmal beschwerte sich auch ein Nachbar, dass er kein WLAN mehr empfängt seit dem wir neben ihm stehen. Es hat lange gedauert, bis wir den Grund dafür gefunden haben: elektromagnetische Störungen aus den den Spannungswandlern, die ich genutzt habe um die 12 Volt aus dem Bordnetz in 5 Volt für den Raspberry umzuwandeln. Ich nutze dafür einfache Schaltungen aus China und auch zwei Wandler aus Deutschland. Alle sind nicht entstört gewesen und haben die Probleme verursacht.

Im Sommer haben wir dann mit unseren Freunden von Treble Light aus Bielefeld Entstörungen für die Netzteile gebaut. Seit dem funktioniert unser WLAN noch viel besser.

Mit einem Wechselrichter, der korrekt entstört ist, wäre das nicht passiert. Ich verzichte aber konsequent auf 220 Volt Geräte im Wohnmobil. Wenn du keine Ahnung hast, wie man einen Raspberry konfiguriert, dann ist das folgende Set die bessere Wahl:

Es enthält die Antenne, einen Router (der per 220 Volt betrieben wird) und alles was du noch brauchst.

Internet über Mobilfunk

Die einfachste Lösung für den Urlaub oder wenn man das Internet nicht dauernd benötigt ein Vertrag oder eine Prepaidkarte aus Deutschland, die günstig im Ausland nutzbar ist. Dazu brauchst du einfach eine EU Option. Die kostet je nach Anbieter zwischen 5 und 25 Euro im Monat und lässt dich deine Flatrates in ganz Europa nutzen. Bei einigen ist es auch im Preis enthalten. Ab dem 15. Juni 2017 entfallen zusätzliche Romaing Optionen und Gebühren und du kannst jeden Vertrag und jedes Prepaid Angebot innerhalb der gesamten EU nutzen.

Eine Übersicht für Prepaid habe ich hier gefunden. Mehr also 50-100 MB gibt es da aber nicht im Monat im Ausland. Bei Alditalk gibt es immerhin 500 MB. Bei Lidl Talk kann man die Smart und Allnet Tarife ohne Aufpreis im EU-Ausland nutzen.

Wenn du mehr Daten brauchst, dann empfehle ich dir eine lokale Prepaid Karte im jeweiligen Land zu kaufen. Hier habe ich einige Anbieter, die wir genutzt haben rausgesucht:

Prepaid Internet in Frankreich

Bei Free Mobile haben wir uns eine Karte aus dem Automaten gezogen. Als Adresse die vom Supermarkt angegeben und Laufzeit nur ein Monat. Da man sonst wohl kündigen muss. Es gab 50 GB für 20 Euro. 10 Euro kostete die Simkarte zusätzlich.

Prepaid Internet in Spanien

Simyo hat eine Karte mit 10 GB im Angebot. Diese kostet 33 Euro je 30 Tage. Thethering und VOIP funktionieren. Die Simkarte kostet einmalig 10 Euro, hat aber auch 10 Euro Guthaben. Hier gibt es eine Karte wo man das Angebot kaufen kann.

Prepaid Internet in Portugal

In Portugal empfehle ich den Anbieter NOS. Der Tarif Livre XL bietet für einen Euro je Tag unlimitiertes Datenvolumen. Der Andre von Amumot hat in seinem Beitrag dazu noch viele weitere, hilfreiche Infos zusammengetragen.

Internet über Satellit

Diese Lösung erschien uns eine Zeit als sehr sinnvoll. Wir hatten einen Anbieter gefunden, der Volumenpakete von 10 GB bis hin zu unlimitiert angeboten hat. Allerdings sind die Antennen und LNBs, die dafür verwendet werden sehr schwer und groß. Eine Montage auf dem Wohnmobil haben wir hinbekommen, allerdings war die Sat-Schüssel sehr anfällig auf Wind und fing dann an zu schwingen. Das führte dazu, dass das Internet-Signal getrennt wurde. Unsere Freunde von Abenteuer Unterwegs haben mehr zu dem Thema geschrieben und es auch lange Zeit für sich genutzt.

Die Sat-Internet-Schüssel auf unserem Wohnmobil
Die Sat-Internet-Schüssel auf unserem Wohnmobil

Internet auf Stellplätzen

Dazu habe ich schon weiter oben einiges geschrieben. WLAN haben mittlerweile sehr viele. Die Qualität ist oft eher durchwachsen. Das Problem ist, dass viele Plätze einfache Geräte für das WLAN nutzen, die auch zu Hause eingesetzt werden. Diese Geräte können 5 oder auch mal 10 Geräte mit WLAN versorgen. Versucht man mehr Geräte zu verbinden, kommt es zu Ausfällen, Störungen etc.

Wir konnten uns immer mit unserer WLAN Antenne auf dem Dach verbinden und das WiFi dadurch auch mit mehreren Geräten nutzen. Schnell war es jedoch nur selten.

Fazit: Wir haben unsere Lösung gefunden. Für das Arbeiten unterwegs ist die Lösung einfach genial und schafft uns Freiheit. Für den Urlaub ist das sicherlich nicht das Beste, da zu teuer. Dafür findest du bei Camperstyle einen passenden Artikel zu Internet im Campingurlaub.

Über Sebastian 34 Artikel
Ich bin Sebastian. Ich bin Geschäftsführer und Gesellschafter einer Online-Marketing-Agentur aus Deutschland. Seit 2015 reise ich mit meiner Frau um die Welt und verdiene mein Geld von unterwegs. Hier schreibe ich darüber, wie ich mein Unternehmen mit Mitarbeitern so strukturiere, dass ich es aus jedem Land der Welt führen kann. Reiseberichte von mir findest du hier ebenfalls.

9 Kommentare

  1. Hi Stefanie und Sebastian,

    puuh, das ist kostenmäßig echt ein Brett. Und gleichzeitig natürlich ne sensationelle Option. Deshalb lieben Dank für diesen super Tipp.

    Wenn ich ab Herbst unterwegs bin – und wir uns dann endlich mal live im Süden sehen – könnte das genau für mich passend sein, weil ich deutlich mehr im Bereich Facebook live, Podcast etc. machen werde.

    Viele Grüße und danke für euren Input. Vielleicht darf ich ja beizeiten nochmal ein paar weitere neugierige Fragen stellen 😉
    Mischa

  2. Hallo Sebastian! Sehr interessanter Artikel. weisst du auch worin die Vorteile eines Router gegenüber einen Hotspot per Smartphone oder Laptop liegen, wenn ich in der Eu reise. oder Reicht ein normales Smartphone aus um damit drei Geräte zu verbinden. Freue mich über eine Antwort. vG Andi

    • Hey Andi,

      ein Smartphone reicht oft auch. Der Router hat zwei Antennenanschlüsse und bietet und auch dann besten Empfang dank externer Antennen, wenn das Handy keinen oder kaum welchen hat.

  3. Hallo Steffi u.Sebastian,
    ich finde die veröffentlichung eurer Tipps einen echten Burner. So etwas findet man nicht immer mit Daten und Fakten gefüttert zu werden,Respekt.
    Ich suche schon lange eine stabile Lösung für unser WoMo ein Internet einzurichten. Damit sollte es funktionieren und habe mir die angegebenen Sachen gleich mal bestellt und hoffe es hin zu bekommen.
    Danke für diese Infos !!!
    Ich wünsche Euch noch erfolgreiche Geschäfte und weiterhin eine gute Reise.

    Viele Grüße
    Heribert Benedikt ( Bene )

    • Hey ihr zwei, danke für das Lob. Ich drücke die Daumen. Wenn es Fragen gibt, dann fragt hier einfach nochmal nach. Wir helfen gern.

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