Schenken oder nicht schenken – das ist hier die Frage!

Weihnachten ist vorbei und das neue Jahr hat begonnen. Und mit dem neuen Jahr kommt auch der erste Webmaster Friday 2014. Er beschäftigt sich mit dem Thema Geschenke, die man nicht braucht.

… Der Kaufrausch ist vorbei, die Zeit des Schenkens ebenso. Was bleibt? Heute geht es mal um ein etwas kniffeliges Thema: was tun mit Geschenken, die man eigentlich gar nicht gebrauchen kann? Kennt ihr das? Es ist zwar nett gemeint, aber irgendwie passt es nicht. Wie geht ihr damit um? Stellt ihr es irgendwo hin, bis es dort solange stört, dass man es wegwirft? Oder besser gleich wegwerfen? Oder einer anderen Nutzung zuführen? Gibt es dafür Portale oder Tauschbörsen? Und sagt ihr das den Schenkenden? Das ist immer etwas schwierig, oder? Man freut sich ja, dass jemand an einen gedacht hat – nur das Geschenk ist eben unpassend. Wie formuliert man das am besten? Oder zählt hier allein die Geste?

Da Sebastian und ich nächstes Jahr um diese Zeit unsere Wohnung aufgegeben haben werden und unsere Weltreise gestartet haben werden, hatten wir uns schon vor Weihnachten eine Menge Gedanken um das Thema „Schenken“ gemacht. Das „Schenken“ war dieses vergangenes Jahr also in beiden Familien ein Thema, allerdings aus unterschiedlichen Gründen.

Dieser Artikel beschäftigt sich sozusagen mit „wehret den Anfängen“: wie kann man das Bekommen unnützer Geschenke vermeiden?

Die eigene Familie

In meiner Familie wurde dieses Jahr ein großes Familienweihnachten gefeiert. Ich habe zwei Schwestern, die jeweils mit Partnern und Schwiegereltern zusammen gefeiert haben. Mit den Kindern ergibt das zusammen 13 Personen. Wenn da jeder jedem etwas schenkt, dann muss man die Bescherung am Besten schon Heiligabend-Morgen beginnen, um rechtzeitig zum Abendbrot oder der Schlafenszeit der Kinder fertig zu werden. Meine Schwestern und ich schenken uns schon lange zu Weihnachten nichts materielles mehr, sondern „nur“ die gemeinsame Zeit, die wir an Weihnachten miteinander verbringen. Gerade den Großeltern war das aber nicht genug. Also wurde innerhalb der Familie ausgehandelt, dass sich jeder Erwachsene ein Geschenk bis 25€ wünscht, diese aufgeschrieben und verlost werden, so dass jeder ein Geschenk zum Verschenken hat und auch nur ein Geschenk bekommt, mit dem er oder sie auch etwas anfangen kann. In der Theorie hörte sich das gut an. In der Praxis erwiesen sich dann die Schwächen, weil sich nicht konsequent an diese Regelung gehalten wurde:

  • Die Kinder meiner Schwester waren von dieser Regelung ausgenommen, da sie erst knapp 1 und 3 Jahre alt sind und somit nur zu den Beschenkten, nicht zu den Schenkenden gehören. Das wäre ja auch in Ordnung so, wenn die Geschenkewut nicht dazu geführt hätte, dass der Tag leider nicht mehr lang genug war, um mit all den Spielsachen auch gebührend zu spielen. Was für tränenreiche Diskussionen vor dem Schlafen gehen und an den folgenden Feiertagen vor dem Essen gehen sorgte.
  • Die Schwiegerfamilie meiner kleinen Schwester war dieses Jahr zum ersten Mal beim Weihnachtsfamilienfest dabei und wollte es sich aus Freude und Dankbarkeit nicht nehmen lassen, jedem etwas zu schenken. Das sorgte für Unmut bei denjenigen, die etwas schenken wollten, es aber ob der neuen Regelung gelassen hatten.
  • Bei den Paaren untereinander führte diese Regelung teilweise zu heftigen Diskussionen á la „Ich habe aber schon ein Geschenk für Dich“ „Ich will aber nicht, dass Du mir das schenkst“ „Du hast mich gar nicht lieb“ (Dialog aus dramaturgischen Gründen übertrieben aber wahrheitsgemäß dargestellt)

Fazit: Wenn sich alle daran halten, ein wunderbares Konzept des Schenkens, weil das Umtauschen weg fällt. Bis zum nächsten Jahr besteht aber noch Klärungsbedarf hinsichtlich der Rahmenbedingungen!Heiligabend Del

 Die Schwiegerfamilie

In meiner Schwiegerfamilie ist das Schenken schon seit ein paar Jahren Thema. Es gab in der Vergangenheit ganze Kofferraumladungen voller Geschenke: Riesen-Tüten mit Süßigkeiten, die man gerade so bis Ostern aufgegessen bekommen hat, dazu Geschenketüten mit Kleinkram wie Parfum oder Aftershave , Kosmetik, Socken, Strumpfhosen, Handschuhen und ähnlichem plus den „eigentlichen“ Geschenken, die man sich gewünscht hatte. Das hatten wir gerade im Bereich der Süßigkeiten in den vergangenen Jahren schon etwas heruntergefahren und auch zwischen Sebastian und seiner Schwester war die Absprache getroffen, dass sich nichts gegenseitig geschenkt werden sollte. Es blieb also nur noch der Geschenkeweg zwischen Eltern und Kindern. Meine Schwiegereltern betonen immer wieder, dass sie nichts geschenkt haben wollen, sondern froh sind, wenn wir zu Weihnachten kommen. Die gemeinsame Zeit sei Geschenk genug. Dieses Jahr wurde das Thema Schenken bzw. Nicht-Schenken dann noch zusätzlich dadurch forciert, dass wir explizit nichts unnötiges geschenkt haben wollten, weil wir in einem Jahr unsere Wohnung aufgeben werden und schon angefangen haben, Dinge wegzugeben. Das hat bei meinen Schwiegereltern allerdings für Unmut gesorgt, weil sie sich nicht verbieten lassen wollen, ihren Kindern (Schwiegerkinder eingeschlossen) etwas zu schenken. Also wurde sich geeinigt, dass man sich nur eine Kleinigkeit schenkt. Was auch nur bedingt geklappt hat.

  • Die vorher gewünschte Kleinigkeit wurde geschenkt und dazu dann noch ein umfasendes Geldgeschenk seitens der Eltern, was zu Streitigkeiten über die Definition „klein“ führte.
  • Da die Kinder dann wenigstens auch eine Kleinigkeit für die Eltern haben wollten, bekamen diese jeweils zwei Geschenken. Das sorgte für Unmut bei den Eltern („Ihr sollt uns doch nichts schenken!“) Und interessanterweise auch bei den Kindern. Weil auch wenn man sich dieser Geschenkekultur bewusst entziehen wollte, fühlt man sich angesichts der enormen Wertunterschiede unwohl („Hätte ich nur mehr ausgegeben“).

Fazit: Manche Eltern drücken über ihre Geschenke ihre Anerkennung und Liebe aus. Wenn man ihnen die Geschenke nehmen möchte, dann sollte man ihnen vielleicht aufzeigen, wie man anders ihre Zuneigung spürt. Weihnachten Z

Weihnachten 2014

Spannend wie schwer es uns fällt, nichts zu schenken und wie sehr wir uns oftmals von den Vergleichen untereinander abhängig machen. Vielleicht muss man sich einfach im Laufe des Jahres mit dem Thema „Geschenke“, dem Grund dahinter und den Gewohnheiten, die an Weihnachten hängen, schon einmal auseinandersetzen. Damit man in der dann ja doch jedes Jahr überraschend schnell kommenden und hektischen Weihnachtszeit nicht zusätzlich in Stress gerät. Denn eigentlich soll die Vorweihnachtszeit ja eine Zeit der Freude und Besinnung sein – und ist es doch nie!

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein erfolgreiches und gesundes 2014, in dem wir uns alle vornehmen, nächstes Weihnachten weniger Stress zu haben.

Und hier kommen noch ein paar Gedanken anderer Blogger zu dem Thema:

Tausche zu enges Hemd gegen weite Hose von netzexil.de

Geschenke, die man nicht braucht von tages-gedanken.de

Unnütze Geschenke von ostwestf4le.de

Weihnachtliche Nachwehen von trommelschlumpf

Geschenke von sabienes.de

Herzlichst Stefanie

 

 

Über Steffi 78 Artikel
Ich bin Stefanie und reise mit meinem Mann als Digitale Nomaden um die Welt. Auf unserem Blog schreibe ich hauptsächlich über die Gedanken und Vorbereitungen auf dem Weg zum Start unserer Reise ebenso wie die Aufgaben, die sich uns unterwegs stellen.

4 Kommentare

  1. Ich verschenke grundsätzliches nur Nützliches oder Verbrauchsgegenstände und bekomme sowas auch meistens zurück da alle wissen, dass ich nichts will was nur rumsteht oder so.
    Zu Weihnachten gabs somit einen neuen Koffer und zum Geburtstag gibts nen neuen Rucksack 🙂 Was will man mehr?!

    • Das hört sich gut an. Ich bzw. wir versuchen das auch immer durch Wünsche zu steuern. Aber was machst Du, wenn Du gerade mal nichts brauchst? Gutscheine verschenken? Finde ich persönlich auch schön, ist aber ja oftmals auch verpönt, weil es nicht kreativ genug sei.
      Es bleibt spannend mit der Geschenkerei…
      Stefanie

    • Danke Sabienes. Ja, lehrreich wird es sicherlich für alle werden. Und Gott sei Dank kann man ja nicht dümmer werden 🙂
      Viele Grüße Stefanie

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