Leben und arbeiten im Wohnmobil – Reisebericht Oktober 2015

Laptop auf dem Schoß und Blick auf einen weinumrankten Hof
In einer Finca auf Mallorca lässt es sich hervorragend leben und arbeiten.
Laptop auf dem Schoß und Blick auf einen weinumrankten Hof
In einer Finca auf Mallorca lässt es sich hervorragend leben und arbeiten.

Unseren fünften Monat leben und arbeiten unterwegs haben wir tatsächlich zu einem Großteil ohne unseren Simon verbracht. Geplant war das – wie so oft bei uns – ganz anders. Kommen wir dir von außen auch manchmal so unorganisiert vor, wie wir uns fühlen? Wobei eigentlich ist es nur ein Ausnutzen von Möglichkeiten!

Unsere Reisen im Oktober

01.10.2015, Donnerstag, Villa – sacra, Girona, Spanien: Der Oktober fing mit ein paar Abschieden an. Wenn du dich noch an den Reisebericht vom September erinnerst, dann weißt du, dass uns auf dem Stellplatz in Palamós ein Katze adoptiert hatte. Oder vielleicht ist es auch besser ausgedrückt, wenn wir sagen, dass sie unseren Simon annektiert hatte. Nun wie auch immer, wir haben uns an diesem Morgen schweren Herzens von unserer vorübergehenden Mitbewohnerin getrennt und den Stellplatz EmpordArea Richtung Figueres verlassen. Genauer gesagt ist unser Ziel das Caravan Center Parking in Ziel Villa – sacra. Denn dort wollen wir unseren Simon für die eine Woche unterstellen, die wir auf Mallorca verbringen. Das klappt auch alles ohne Probleme. Die Besitzer dort sind Deutsche, die offensichtlich verstehen, dass man auch an so einem alten Wohnmobil hängt. Und so verlassen wir mit etwas Pipi in den Augen aber ganz ruhigen Gewissens unser Zuhause und fahren mit dem Zug nach Girona.

Blick eine alte Stadtmauer entlang.
Der Nachmittag blieb uns in Girona für ein bisschen Sightseeing entlang er alten Stadtmauer.

Dort haben wir uns eine Nacht im Hotel Europa eingemietet, da wir am nächsten Morgen ganz früh am Flughafen sein müssen. Nach einem wirklich lohnenswerten Stadtbummel durch Gironas Altstadt und einem leichten Abendessen mit spanischem Bier in der veganen (!) Bar B-12, gehen wir recht früh ins Bett.

2.10.2015, Freitag, Villafranca de Bonany, Balearen, Spanien: Nach einer Fahrt mit dem allerersten Bus, der überhaupt zum Flughafen fährt und einem kurzen, ereignislosen Flug, landen wir früh um 20 nach 7 in Palma de Mallorca. Dort sind wir etwas überrascht von der Größe des Flughafens und der Masse der Menschen, die um diese Uhrzeit unterwegs sind. Am Schalter der Autovermietung record go lernen wir dann gleich mal das spanische Stromnetz kennen (kurzer aber kompletter Stromausfall auf dem gesamten Flughafen) und die Gelassenheit der Mitarbeiter. Es dauert halt alles dadurch ein bisschen länger. Aber so können wir wenigstens beobachten, wie die Low Budget Vermietungen ihr Geld verdienen: indem sie dir mehr oder weniger glaubhaft versichern, dass du wirklich überhaupt gar nicht versichert bist und lieber noch eine Vollkasko dazu buchen solltest. Diese überschreitet den Mietpreis meistens um das Doppelte, aber in bestimmt 2/3 der Fälle haben sie Erfolg. Wer will aber auch schon im Urlaub Ärger mit einem Unfall haben? Wir widerstehen den Verlockungen (auch wenn wir kurz verunsichert sind, ob wir wirklich keine Versicherung haben – doch, Teilkasko wurde online ausgewählt) und erreichen pünktlich zum Frühstück die Finca, die unseren Freunden vorübergehend zum Zuhause geworden ist.

Ein Esszimmer mit großem Tisch und Laptops darauf in einer Finca
So lässt es sich leben und arbeiten.

03.-08.10.2015, Samstag-Donnerstag, Mallorca, Spanien: Unsere (erste) Woche Co-working ist gekennzeichnet von Geselligkeit, gelegentlichen Ausflügen über die Insel, abendlichen Grill-Sessions, Synchronspringen und ganz viel Aioli. Wir haben nicht nur miteinander sondern auch mit Siri und Galaxy so viel Spaß, dass uns der drohende Abschied schwer fällt. Und dann stellt sich heraus, dass ein Teilnehmer der kommenden Woche irgendwie versehentlich in New York anstatt Mallorca gelandet ist und damit ein Zimmer für uns frei ist. Da die Flüge von Palma nach Girona wirklich sehr günstig sind und unser Parkplatz für Simon sowieso für einen ganzen Monat bezahlt werden musste (als wäre es Vorsehung), überlegen wir nicht lange und verlängern unseren Aufenthalt.

Eine Bucht mit Häusern in den umliegenden Bergen und blauem Wasser
Ja, das Leben ist schön auf Mallorca. Und trotz Arbeit bleibt uns auch genug Zeit für den Strand.
09.-15.10.2015, Samstag-Donnerstag, Villafranca de Bonany, Mallorca, Spanien: Während also die anderen Teilnehmer unserer ersten Coworking-Woche nach und nach abreisen und durch die Teilnehmer der nächsten Woche ersetzt werden, waschen wir unsere Wäsche und freuen uns auf eine weitere entspannt-erfolgreiche Coworking-Woche. Die startet nur leider bei uns mit irgendeinem fieberhaften Infekt, der uns beide zwei Tage mit Fieber und Schüttelfrost ans Bett fesselt und mich (Steffi) danach mit einem Magen-Darm-Infekt quält. Dadurch steht in dieser Woche die Geselligkeit weniger im Fokus, sondern es werden nur die wichtigsten Dinge abgearbeitet. Das ist wirklich sehr schade, aber leider kann man sich als Selbständiger ja nur bei sich selber krank melden…

16.-27.10.2015, Mallorca, Spanien: Nach einer so durch Krankheit geprägten Woche, möchten wir noch weniger abreisen als vorher. Und nach einigem organisatorischen Hin- und Her lassen wir auch diesen Flug verfallen und ärgern uns kurz darüber, ihn überhaupt gebucht zu haben. (Für alle, die jetzt denken, wir hätten zu viel Geld auf dem Konto: wir sprechen hier von Flugpreisen um die 60 Euro für zwei Personen. Da ist es nur so lange ärgerlich, wie wir brauchen, um fest zu stellen, dass wir das Geld sonst für Benzin ausgegeben hätten.) Nach dieser Erfahrung und einem Gespräch mit unseren Gastgebern und Freunden, schenken wir uns dieses Mal die Buchung eines Rückfluges und genießen einfach die Möglichkeit mit Freunden in einer schönen Finca auf der wirklich schönen Insel Mallorca zu leben und zu arbeiten.

Nebelwand über einem Berg
Was tut man, wenn das Wetter nicht so schön ist auf Mallorca? Man schaut sich eines der Kloster an!

Denn das macht doch unser Leben als Digitale Nomaden aus, dass wir die Möglichkeiten beim Schopfe packen können, wenn sie sich uns bieten. Leider verbringe ich (Steffi) wieder einen Großteil der restlichen 10 Tage krank im Bett. Dieses Mal habe ich eine Mittelohrentzündung aufgelesen, so dass ich nach den dann fast 4 Wochen Coworking eines weiß: Ja, gerne wieder, aber dann mit vorherigem Gesundheitscheck der Mitbewohner 🙂

Am 27.10.2015 verlassen wir dann mit einem lachenden und einem weinenden Auge unsere Freunde und Mallorca und fliegen zurück auf’s spanische Festland. Das lachende Auge kommt daher, dass wir in der Zwischenzeit unsere Pläne nach Madrid zu fahren geändert haben und uns entschieden haben mit unserem Simon wieder nach Palamós zu fahren.

28.-31.10.2015, Mittwoch-Samstag, Palamós, Spanien: Gesagt – getan. Nachdem wir unseren Simon wohlbehalten und mit sauberen und durchgespülten Leitungen in Empfang genommen haben, fahren wir zurück nach Palamós auf den Stellplatz EmpordArea.

Weiße Katze liegt entspannt auf einem roten Handtuch
Unsere „Adoptivkatze“ hält in unserem Simon regelmäßig Siesta. Sehr gesunde Einstellung 😉

Dort werden wir nicht nur von der spanischen Sonne sondern auch von unserer Adoptivmietze empfangen. Die hat in der Zwischenzeit zwar genügend andere Wohnmobilisten mit einem Herz für Tiere gefunden und wird auch auf dem Platz regelmäßig gefüttert, hält aber in unserem Simon gerne ihre Siesta.

Unser Fazit für Oktober

Wir freuen uns über die tierische Begleitung und die Woche Ruhe, bevor wir dann im November für zwei Wochen ins kalte Deutschland zurück fliegen werden.
Das Leben ist das, was passiert,
während du fleissig dabei bist andere Pläne zu schmieden!
(John Lennon)
 
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Über Steffi 80 Artikel
Ich bin Stefanie und reise mit meinem Mann als Digitale Nomaden um die Welt. Auf unserem Blog schreibe ich hauptsächlich über die Gedanken und Vorbereitungen auf dem Weg zum Start unserer Reise ebenso wie die Aufgaben, die sich uns unterwegs stellen.

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  1. Meine Rückschau auf den OMTalk 2015.2 in der Uckermark

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