Wie du das Meiste auf (Un)Konferenzen lernen kannst

Ein Herrenhaus in einer herbstlichen Landschaft
Das Herrenhaus in Lübbenow irgendwo im nirgendwo in der Uckermark
Ein Herrenhaus in einer herbstlichen Landschaft
Das Herrenhaus in Lübbenow irgendwo im nirgendwo in der Uckermark, erneuter Schauplatz des OMTAlk

Sebastian und ich sind gerade für fünf Tage in der beschaulichen Uckermark auf dem OMTalk gewesen. Es war bereits der fünfte OMTalk überhaupt und der zweite im Herrenhaus in Lübbenow. Da sich vermutlich jeder immer mal wieder die Frage stellt „Ist so eine (Un)Konferenz etwas für mich?“, möchte ich nicht nur einen Rückblick auf diesen OMTalk geben, sondern auch eine kleine Hilfestellung leisten, wie du es schaffst, in einer solchen Gruppe aufgenommen zu werden.

OMTAlk 2015.2 Revival in der Uckermark

Wie du vielleicht in meinem Rückblick zum ersten OMTAlk in der Uckermark gelesen hast, ist dieser vor ca. 1,5 Jahren ein voller Erfolg gewesen. Seitdem wurde versucht, das richtige Rezept für die perfekte „OM-Klassenfahrt“ zu finden. Wir haben es mit mehr Menschen und weniger Struktur im Vogtland versucht und danach mit mehr Menschen und mehr Struktur im entfernten Dänemark. Bei beiden Versuchen gab es viel zu lernen und interessante Menschen kennen zu lernen, aber entweder fehlte der Koch und die Struktur oder die Örtlichkeiten waren zu verwinkelt, so dass eine starke Gruppenbildung zu verzeichnen war. Daher sollte der fünfte OMTalk als Wiederholung der Uckermark nahezu perfekt werden. Solche Wiederholungen können großartig werden (weil die Umstände schon bekannt sind und stimmen, denn sonst würde man es nicht wiederholen) oder ein riesiger Reinfall (weil die Erwartungen so groß sind, dass sie nicht erfüllt werden können).
Ein Herrenhaus mit einer Treppe und grüner Wiese davor
In einem solchen Anwesen lässt es sich gut arbeiten und netzwerken.
Nun unsere Erwartungen sind sehr hoch gewesen. Denn der OMTalk 2014 in der Uckermark war wie schon erwähnt aus vielen Gründen ziemlich legendär. Das lag sicherlich zu einem großen Teil an den Menschen, zu einem anderen aber auch an der wirklich passenden Location. Auf die kleineren Fehler dort (langsames Internet bleibt nun einmal langsames Internet) konnten sich zumindest diejenigen, die zum zweiten Mal dort gewesen sind, einstellen. Dadurch gab es zwar immer noch nur sehr langsames Internet, aber es gab welches. Und da sich nahezu die gesamte Gruppe schon von vorherigen OMTalks kannte, war relativ sicher gestellt, dass auch die menschliche Komponente passte.
Ein Kofferraum voll mit Einkäufen
Um die Verpflegung brauchte sich dieses Mal niemand Gedanken machen.

Ich persönlich empfand diesen fünften OMTalk mit Vollverpflegung, Sessionplanung, bekanntem Ort und bekannten Menschen als nahezu perfekt. Ok, wir brauchen vielleicht in Zukunft nicht mehr 2 x am Tag eine warme Mahlzeit von unserem besten Koch ever Falk, dann würden wir nach der Woche nicht mit deutlich mehr Kilo nach Hause gehen als vorher. Aber wer will darüber schon meckern?

Für mich war dieses Mal auch die Zusammensetzung der Teilnehmer mit einem leichten „Mal sehen wie es wird“ versehen. Zum einen weil eine Freundin von mir zum ersten Mal mit dabei gewesen ist und ich natürlich wollte, dass sie es so großartig findet, wie ich. Zum anderen weil wir durch unseren etwas längeren Mallorca-Aufenthalt andere Teilnehmer sehr gut kennen gelernt haben und so etwas ja immer das Potential zu Grüppchenbildungen hat. Meine Bedenken waren allerdings vollkommen unberechtigt. Meine Freundin war spätestens am 3. Abend vollkommen integriert und durch die vielen anderen tollen Teilnehmer, haben sich jeden Tag neue Grüppchen gebildet.
Der Kopf eines ausgestopften Wiesel mit Irokesen-Frisur
Ein Klassiker beim OMTAlk in der Uckermark „Wer hat das Wiesel frisiert?“

Außenseiter oder Insider?

Wie du vielleicht herausliest, gibt es auf jeder Konferenz oder Veranstaltung, die nicht zum ersten Mal statt findet, eine Gruppe Eingeschworener, die sich kennt. Als Neuling auf einer solchen Veranstaltung dabei zu sein, kann ein wenig so sein, wie mitten im Schuljahr in eine neue Klasse wechseln zu müssen. Alle kennen sich, haben Insider, die sie teilen und vielleicht sogar eine eigene Sprache oder Gesten. Nur du stehst alleine auf der anderen Seite und weißt nicht, worum es geht.
Ja, das kann einschüchternd sein.
Ja, das kann abschreckend wirken.
Aber es gibt ein paar ziemlich einfache Tipps, die ich dir an die Hand geben kann, mit denen du bestimmt gerne wieder eingeladen wirst:

Halte dir vor Augen, warum du da bist!

Gerade bei solchen etwas anderen Konferenzen wie dem OMTalk oder auch auf Unkonferenzen wie den BarCamps steht eines ganz klar im Vordergrund: Das Lernen voneinander! Es geht nicht darum, dass ein Experte (egal ob ausgewiesen oder selbsternannt) vorne steht und einen wohl dosierten Teil seines Wissens teilt (um hinterher seine Bücher oder andere Infoprodukte zu verkaufen, wie es manchmal passieren soll…). Es geht darum, dass du dein Wissen mit anderen teilst und von dem Wissen der anderen profitierst. Dafür solltest du mit offenen Augen und Ohren durch so eine (Un)Konferenz gehen. Vielleicht lernst du nicht in jeder Session vollkommen neue und für dich relevante Dinge. Vielleicht sind manche Dinge, die gesagt werden, für dich selbstverständlich. Vielleicht sind auch Themen dabei, die dein Arbeitsleben gar nicht betreffen. Das kann alles sein. Aber wenn du offen für neues bist und deinen Geist nicht zu sehr einschränkst, dann verspreche ich dir, dass es in jedem Vortrag mindestens eine Kleinigkeit gibt, die du lernen kannst. Auch wenn sie vielleicht mit dem Inhalt der Session nichts zu tun hat.
Wenn du nach einer Konferenz behauptest, nichts gelernt zu haben, dann liegt das sicherlich eher an dir, als am Vortragenden!
Ein Schachtisch und zwei Stühle
Jeder kann etwas lernen auf solchen (Un)Konferenzen wie dem OMTalk.

Mach dir bewusst, was du kannst!

Konferenzen wie der OMTalk sind keine Einbahnstraßen. Das bedeutet, dass die anderen auch von dir etwas lernen wollen. Dabei ist es weder hilfreich, sich hinzustellen und zu sagen „Ich bin der absolute Experte auf Gebiet X“ als sich kleiner zu machen, als du wirklich bist. Was ich damit sagen will? Gerade im Bereich des Online Marketings gibt es nicht DEN einen Weg. Und damit gibt es auch nicht DEN einen Experten. Das bedeutet, dass du sicherlich von anderen etwas lernen kannst, aber das bedeutet auch, dass andere von dir lernen können. Du bist noch neu im Bereich Online Marketing? Na umso besser! Denn dann hast du noch den frischen Blick von außen und noch nicht die OM-Scheuklappen auf. Außerdem bist du noch nicht betriebsblind in deinen Denkmustern gefangen. Von deiner Sichtweise können pfiffige Online Marketer profitieren.

Denk daran: Die anderen kochen auch alle nur mit Wasser!

Vielleicht bist du am Anfang einer solchen (Un)Konferenz bei einer eventuell stattfindenden Vorstellungsrunde erst einmal verschreckt von der Vita der Teilnehmer. Lass dich davon nicht blenden. Auch diejenigen, die große Unternehmen als Kunden haben oder in bzw. mit Konzernen oder Verlagen zusammen arbeiten, kochen am Ende des Tages nur mit Wasser. Und sie haben alle einmal klein angefangen! Auch wenn sich der eine oder andere vielleicht nicht mehr daran erinnert, sind die allermeisten Quereinsteiger ins Online Marketing und haben die Weisheit nicht mit Löffeln gegessen. Insofern brauchst du dich auch als Neuling nicht zu verstecken.
Ein Feldweg im herbstlichen Wald
Bei den täglichen Spaziergängen kannst du auch einmal fernab vom Konferenzalltag ins Gespräch kommen.

Nutze die Möglichkeiten!

Gerade beim OMTAlk stehen neben den Sessions vor allem auch die zahlreichen Möglichkeiten zum Netzwerken im Vordergrund. Es geht darum miteinander zu sprechen (wie der Name ja auch schon sagt). Nutze diese Möglichkeiten!
Wenn dir große Runden zu anstrengend sind, dann such dir kleinere: Geh mit zum „Nach-dem-Mittag-Spaziergang“, dreh eine Runde im Schwimmbad, such dir jemanden für eine Partie Schach, Tischtennis, Fußball oder Billard. Dabei stehen nicht nur Arbeitsthemen im Vordergrund. Wenn du dich öffnest und ein bisschen Persönliches preis gibst, wirst du eine andere Seite der Menschen kennen lernen. Und wie schön ist es, nach einer solchen Konferenz mit dem Gefühl nach Hause zu fahren, dass du eine Gruppe Gleichgesinnter kennen gelernt hast?
Dafür musst du dich nur trauen und dabei sein.
Im Vordergrund ein herbstlicher Baum im Hintergrund ein Herrenhaus
Das Herrenhaus in Lübbenow in der Uckermark bildet für mich einen perfekten Rahmen für eine (Un)Konferenz.

Meine Quintessenz

Es lohnt sich fast immer an Konferenzen teil zu nehmen.
Bei (Un)Konferenzen wie dem OMTalk lohnt es sich noch mehr. Denn neben der fachlichen Komponente steht hier auch eine menschliche und das Netzwerken im Vordergrund.
Getreu nach dem Motto: Jeder Mensch bringt dich weiter!
So ist im Laufe der Zeit aus der Klassenfahrt irgendwie fast so etwas wie ein Familientreffen geworden.
Was sind deine Erfahrungen mit Konferenzen, BarCamps und ähnlichem?
Hast du schon einmal an einer teil genommen?
Wir freuen uns über jeden Kommentar 🙂
Die Bilder in diesem Artikel sind mir (mit Ausnahme der Einkäufe im Auto) freundlicherweise von Andreas Fiedler von dd communication zur Verfügung gestellt worden.
Über Steffi 76 Artikel
Ich bin Stefanie und reise mit meinem Mann als Digitale Nomaden um die Welt. Auf unserem Blog schreibe ich hauptsächlich über die Gedanken und Vorbereitungen auf dem Weg zum Start unserer Reise ebenso wie die Aufgaben, die sich uns unterwegs stellen.

1 Trackback / Pingback

  1. Immer die Küste entlang - Richtung Süden mit dem Wohnmobil

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*