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Reisen zu Zweit

Zwei Schatten auf einer Kiesfläche

Gemeinsames Glück ist doppeltes Glück.

Ich wollte schon eine ganze Weile einen Artikel darüber verfassen, wie es ist, zu zweit auf Reisen zu gehen. Und da ich nun gerade live erlebe, was mir fehlt, wenn ich alleine bin, passt das Thema heute ganz gut. 

Eine der häufigsten Fragen, die ich gestellt bekomme, seit Sebastian und ich unsere Wohnung aufgelöst haben und insbesondere seit wir mit unserem Simon unterwegs sind, ist diese:

Geht ihr euch nicht irgendwann auf den Geist?

So oder in einem ähnlichen Tenor werde ich immer wieder danach gefragt, ob es mir nicht manchmal zu viel wird, Sebastian 24 Stunden am Tag um mich herum zu haben. Und ob es manchmal kracht zwischen uns.

Es wird dich vielleicht überraschen, aber die Antwort ist: Nein!

Weder geht mir Sebastian auf die Nerven (das schaffe ich höchstens selber) noch haben wir ernsthaften Streit (wir sind nur manchmal unterzuckert).

Und das, obwohl ich gerne alleine bin.

Vielleicht ist das – neben dem Wissen um eine gewaltfreie Kommunikation – auch der Grund, warum es so gut funktioniert mit uns in unserem Simon. Ja, ich kann gut alleine sein und genieße es im Moment auch ein bisschen. Aber ich will es auf Dauer nicht! Es ist für mich eine bewusste Entscheidung zu zweit zu reisen.

ein großer einzelner Schatten eines Menschen am Strand

Allein reisen kann dich enorm weiter bringen.

Ich habe eine gute Freundin, die lieber und bewusst alleine unterwegs ist. Sie macht Kurzreisen in all die Städte, die sie schon immer mal besuchen wollte und lässt sich in diesen Städten treiben. Dann kommt sie wieder zurück zu ihren Freunden und ihrer Familie. Zurück in die Geborgenheit. In die Gemeinschaft. Denn sie reist zwar allein, ist aber nicht einsam.

Allein sein heißt nicht einsam sein

Nicht alle Menschen kennen den Unterschied.

Und nicht alle Menschen sind nicht einsam, wenn sie alleine sind.

Ich weiß wie es ist, alleine zu sein und war mir sozusagen immer selbst genug. Ich bin zwar noch nie alleine gereist, aber ich bin ja sowieso noch nicht viel gereist. Insofern ist diese Woche mit Simon meine Premiere (wenn es denn als „Reisen“ durchgeht auf einem Stellplatz zu stehen). Ich habe aber lange Jahre alleine in einer Stadt gelebt, in der ich so gut wie niemanden kannte. Das war für mich nicht schlimm. Und ich würde mich sicherlich nicht von meinem Traum zu reisen von einem Partner abbringen lassen, der nicht reisen möchte.

Eine einzelne Möwe

Allein frei oder einsam?

Ich bewundere Leute wie meine Freundin oder auch Carina von Pink Compass, die das Allein-Reisen kultivieren und sich augenscheinlich wohl dabei fühlen. Das würde ich nicht. Sicherlich ist es letztendlich auch eine Übungssache. Meine heutige zweite Nacht alleine in unserem Simon wird sicherlich besser als die erste. Und die dritte besser als die zweite und so weiter. Doch am Ende des Tages möchte ich nicht länger alleine reisen. Nicht, weil ich mich dann einsam fühle, sondern weil es zu zweit so viel schöner ist. Weil die Liebe einen nicht einengt, sondern ergänzt.

Wenn Du schnell vorwärts kommen willst, geh allein.

Wenn Du weit kommen willst, geh mit Freunden!

Spruch der Aborigines

Ja, ich hätte in New York in jedes Museum gehen können, wenn ich alleine gereist wäre. Und sicherlich hätte ich auch hier in Spanien die eine oder andere Kirche oder Kathedrale mehr von innen gesehen. Und dann? Wem hätte ich davon erzählt? Zu wem hätte ich gesagt „Schau mal wie beeindruckend?“ Mit wem hätte ich all diese Eindrücke geteilt?

Und ich glaube tatsächlich, dass die Alleinreiser irgendwo und irgendwie Freunde, Familie oder eine andere Gemeinschaft haben, mit denen sie ihre Erlebnisse teilen können. Denn wenn nicht, wären sie nicht allein sondern einsam. Und wenn wir ehrlich sind, so wie Ute von bravebird in ihrem Artikel zum Alleinreisen, dann ist Alleinreisen auch nicht immer einfach. Zu zweit reisen auch nicht. Es bedarf einiger Kommunikation. Aber so wie geteiltes Leid halbes Leid ist, so ist geteiltes Glück doppeltes Glück. Deswegen finden die meisten früher oder später den richtigen Partner (Mensch oder Tier) und reisen zusammen.

So wie Sebastian und ich in unserem Simon.

Deswegen genieße ich jetzt noch die wenigen Tage alleine in dem Bewusstsein, dass wir bald wieder zu zweit sein werden.

Vier Füße stehen am Strand halb im Wasser

Gemeinsam im Meer planschen ist schöner als auf Dauer allein.

Autor: Steffi

Ich bin Stefanie und reise mit meinem Mann als Digitale Nomaden um die Welt. Auf unserem Blog schreibe ich hauptsächlich über die Gedanken und Vorbereitungen auf dem Weg zum Start unserer Reise ebenso wie die Aufgaben, die sich uns unterwegs stellen.

2 Kommentare

  1. Alleinreisende bewundere ich auch und finde jeder sollte das mal für sich ausprobieren.

    Aber wie ihr sicher bestätigen könnt, schaut mit dem richtigen Partner das Alleinreisen plötzlich nicht mehr so attraktiv aus 😉

    • Hallo Florian,

      ja das können wir bestätigen! Wer weiß, vielleicht gibt es ja auch tatsächlich Menschen, die das Alleinreisen immer toll finden, aber wir gehören definitiv nicht dazu.

      Liebe Grüße aus Spanien!
      Steffi

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