Aus Wünschen werden Ziele

Unsere Wünsche und Visionen 2012

Dies ist dann also der zweite Teil unserer kleinen Reihe: Wie werden aus Visionen und Wünschen Ziele? Was sind eigentlich Ziele? Und wozu brauchen wir Rahmenbedingungen? Warum nicht einfach losreisen? Wie passt das zu unserer Lebenssituation?

 

 

Im Ersten Teil hatte ich dir erzählt warum und welche Rahmenbedingungen wir uns gesteckt haben. Ich habe damit geendet, dass du letztendlich deinen eigenen Weg finden musst. Selbstverständlich wollen wir dir aber dabei helfen und ich hoffe, das tut dieser Artikel.

Also gut, die Rahmenbedingungen stehen fest. Und jetzt? Wie machen wir weiter? Was sind unsere Ziele? Und sind das überhaupt schon Ziele oder noch Wünsche oder Visionen? Was macht überhaupt ein Ziel aus?

Ziele und ihre Eigenschaften

Wir haben im Vorfeld unserer Weltreisepläne das Seminar „Der logische Erfolg“ zur persönlichen Weiterentwicklung besucht. Dabei ging es an 10 Tagen über 9 Monate verteilt darum, zu lernen, wie die Menschen funktionieren, wie man selber funktioniert und wie man zusammen mit anderen Menschen funktionieren kann. Dieses Seminar war völlig unabhängig von unseren Weltreiseplänen und sollte uns „einfach nur“ weiterbilden. Ich gebe zu, ich bin am Anfang sehr skeptisch an die Sache heran gegangen. Solche Seminare hören sich doch oftmals nach „TSCHAKKA, du schaffst es“-Hokuspokus an. (Kann sich noch jemand an diesen Fernsehfuzzi erinnern, der Leuten bei der Überwindung ihrer Ängste geholfen hat und dessen Spruch das war? Aus heutiger Sicht höchst amüsant!) Aber ich wurde positiv überrascht und kann nur jedem, der Interesse an persönlicher Weiterentwicklung hat, raten, so etwas mal auszuprobieren!

Zum Zeitpunkt des Seminares waren also unsere Probleme noch nicht einmal ansatzweise konkret. Vielleicht wären sie es auch nicht geworden, wenn wir uns in diesem Seminar nicht intensiv mit dem Thema „Ziele“ auseinandergesetzt hätten. Wir sprechen ja oft von unseren Zielen, machen uns aber niemals Gedanken, ob es tatsächlich Ziele sind!

Eigenschaften von Zielen

Steffis Ziele Ende 2012
Steffis Ziele Ende 2012

Nach dem logischen Erfolg haben Ziele sieben Eigenschaften:

  1. sie sind sinnvoll und daher motivierend
  2. sie sind realistisch erreichbar
  3. sie sind konkret zeitlich begrenzt und man kann Teilziele setzen
  4. sie sind flexibel und können (müssen) an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden
  5. sie sind bildhaft vorstellbar
  6. man kann sie schriftlich in der Gegenwart formulieren
  7. sie folgen den Regeln und Normen des eigenen Gewissens

 

Wenn du nicht alle diese Eigenschaften auf dein Ziel anwenden kannst, dann ist es auch noch kein Ziel, sondern ein Wunsch oder eine Vision. Und dann musst du die nötigen Voraussetzungen schaffen, um daraus ein Ziel zu machen. Weil wie der Name schon sagt, sind Visionen und Wünsche im Gegensatz zu Zielen in nächster Zeit noch nicht realisierbar.

Wenn du dir das einmal klar machst, dann bist du auch nicht so enttäuscht, wenn du deine Ziele, die noch Wünsche sind, nicht erreichst. Auf jeden Fall ging mir das so nach dem Seminar.

Steffis Wünsche und Visionen - Stand 2012
Steffis Wünsche und Visionen – Stand 2012

Ist unsere Weltreise schon ein Ziel oder noch ein Wunsch?

So viel zur Theorie. Es war und ist für mich immer noch sehr spannend, wenn ich versuche, die Eigenschaften von Zielen auf unser Projekt anwende:

1. Ist unsere Work and travel-Weltreise sinnvoll und motivierend?

Ja, das ist sie! Und warum?

Weil wir uns beide gerne weiterentwickeln und neues ausprobieren. Und wo kann man das besser als an fremden Orten all around the world?

Weil wir uns nicht vorstellen können in ein und dem selben Job für die nächsten Jahrzehnte zu versauern. Ich habe euch ja schon einmal erzählt (in „Der Weg zur Weltreise“), dass ich noch nicht DEN Traumjob gefunden habe und nicht sicher bin, ob der für mich überhaupt existiert. Dafür probiere ich mich und die verschiedenen Jobs in meiner oder anderen Branchen einfach viel zu gerne aus. (Das habe ich übrigens von meiner Mami 😉 ) Und auch Sebastian hat immer tausende Ideen. Seine Firma hat nicht mehr viel mit der Firma zu tun, die er anfangs gegründet hat.

Weil wir gerne mehr von der Welt sehen wollen. Und zwar nicht erst, wenn wir in Rente sind, sondern jetzt. Solange wir es noch genießen können. So lange es noch geht. Sowohl bei uns rein physisch als auch auf der Welt rein sicherheitstechnisch. Wer weiß wie sich das alles irgendwann mal entwickelt? Momentan ist es ja alles in allem sehr sicher zu reisen.

All diese Punkte motivieren uns. Deshalb ist es für uns sinnvoll auf Weltreise zu gehen.

2. Ist eine Weltreise realistisch?

Na klar, warum denn nur nicht? Es gibt keinen Grund, warum eine Weltreise nicht zu realisieren wäre. Ok, worst-case-Szenario: ich verliere meinen Job und Sebastians Firma geht pleite, es fehlt uns also die finanzielle Sicherheit. Aber selbst dann könnte man mit Abstrichen eine Weltreise realisieren. Dann eben als Backpacker bzw. mit kleinen Jobs in den jeweiligen Ländern. Und da es ja auch nicht der Realität entspricht, steht dem Erreichen unseres Ziels Weltreise von dieser Seite aus nichts im Wege.

3. Ist unser „work and travel“ konkret zeitlich begrenzt?

Nun da wird es schon ein wenig schwieriger. Schon alleine, weil wir ja zum einen nicht genau wissen, wann wir starten werden. Zum anderen, weil wir nicht wissen wann wir das Ganze beenden.

Wenn man sich aber den zweiten Teil dieser Eigenschaft eines Ziels anschaut, nämlich die Möglichkeit Teilziele zu setzen, dann sieht es schon wieder besser aus. Denn Teilziele haben wir uns ja schon gesetzt. Wir haben unsere Rahmenbedingungen definiert und mit diesem Reiseblog angefangen. Und wenn unser Tag der Abreise auch nicht Tag X ist sondern der Moment, an dem unsere Rahmenbedingungen erfüllt sind, so passt auch diese Eigenschaften.

 4. Ist unser Plan flexibel und kann angepasst werden?

Ein interessanter Aspekt. Na klar, kein Problem, möchte man im ersten Moment sagen. Wir sind flexibel, also sind es unsere Pläne auch. Aber ist das wirklich so? Wir haben dazu letzte Woche eine interessante Entdeckung gemacht (Artikel dazu folgt). Wir sind längst nicht so flexibel, wie wir es uns wünschen würden. Wahrscheinlich würde es uns vor einige Probleme stellen, wenn wir auf einmal flexibel sein müssten. Auf der anderen Seite wächst man an seinen Aufgaben. Und wer sagt denn, dass wir nicht im Laufe unseres Abenteuers auch flexibler werden? Ich habe es ja schon im Laufe meines Lebens geschafft von der 100%-Planerin wegzukommen. Ich bin zwar noch nicht bei „50% planen, den Rest auf mich zukommen lassen“ angekommen, aber ich habe ja auch noch einen Teil meines Lebens vor mir.

Also auch ein Haken an Eigenschaft Nummer 4!

5. Können wir uns bildlich vorstellen um die Welt zu reisen?

Das hört sich im ersten Moment lächerlich an. Aber wenn du mal wieder etwas entscheiden musst, z.B. einen Job in einer anderen Stadt anzunehmen, dann setz dich mal ganz bewusst hin und versuch dir bildlich vorzustellen, dass du in dieser Stadt lebst und genau an diesem Ort arbeitest. Du wirst ganz schnell feststellen, ob Du Dich für ja oder nein entscheiden willst. Das funktioniert im Übrigen auch mit nicht ganz so weitreichenden Entscheidungen wie einem Umzug, Jobwechsel oder einer Weltreise. Versuch’s mal. Es lohnt sich! Aber ich schweife ab.

Ich scheue mich nicht zuzugeben, dass ich am Anfang, wenn ich mir bildlich vorgestellt habe, in einem anderen Land zu leben, in Panik geraten bin. Urlaub, ja! Aber dort leben? Hier alles aufgeben? Und dann habe ich mich gefragt, was mich so ängstigt. Das fremde Land? Die fehlende Sicherheit eines festen Angestelltenverhältnisses? Die weit entfernte Familie? Die Lebensumstände also kein Zuhause zu haben?

Selbstverständlich entzieht einem der Schritt von einem „normalen“ Leben in ein Nomadendasein für unbestimmte Zeit erst einmal die Sicherheitsebene. Es ist völlig natürlich, dass wir, wenn wir nicht nur phantasieren, sondern uns ernsthaft damit beschäftigen, Angst haben. Aber dann ist es – wie bei allen Ängsten – sich diesen zu stellen und zu überlegen, was schlimmstenfalls passieren kann. Und was man tun kann um diesen worst-case zu verhindern. Das haben wir getan mit unseren Rahmenbedingungen. Und seitdem kann ich mir wunderbar vorstellen in irgendeiner interessanten Stadt an irgendeinem Ort auf der Welt in einem Internet-Cafe zu sitzen und Artikel zu schreiben! Manchmal kann ich es sogar riechen!

Arbeiten am Pool - ein Traum?!
Arbeiten am Pool – ein Traum?!

 6. Können wir unser „work and travel“ schriftlich in der Gegenwart formulieren?

Muss ich dazu noch etwas sagen? Das ist es ja, was wir mit unserem Blog tun! Also: ja!

7. Folgen unsere Weltreise unseren eigenen Werten und Normen?

Die Regeln und Normen unseres Gewissens. Auch ein sehr spannendes Thema, auf das ich vielleicht an späterer Stelle noch ausführlicher eingehen werde. Es lohnt sich auf jeden Fall immer mal sein Gewissen eingehend zu erforschen. So lernt man auch sein eigenes Tun besser einzuordnen.

Meine Werte und Normen beziehen sich vor allem darauf, andere Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind und ihnen  in keiner Weise weh zu tun. Daher schließen unsere Rahmenbedingungen unseren Kater und unsere Familien mit ein. Und so kann ich die Weltreise mit reinem Gewissen antreten.

Fazit

Wie du siehst, passen alle Eigenschaften eines Zieles auch zu unseren Plänen. Durch viel Überlegen, in uns gehen und Reflektieren ist aus unserer Vision eine Weltreise ein konkretes Ziel geworden.

Und genauso kannst auch du vorgehen: Überleg dir, was genau du willst und welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit dieser Plan für dich funktioniert. Das Wichtigste dabei ist: Sei ehrlich zu dir selbst! Wenn du dich selbst belügst, weil du der Meinung bist, alle würden durch die Welt reisen, also musst du es auch tun, dann wirst du enttäuscht werden! Wie ich schon einmal geschrieben habe: alle Wege führen nach Rom und genauso viele Wege gibt es auch zu deiner persönlichen Weltreise. Vielleicht ist es ja auch erst einmal nur eine Deutschlandreise? Oder eine Europareise und dann tastest du dich weiter? Alles ist ein „kann“, nichts ist ein „muss“! Es geht ja schließlich um dich und dein Glück. Wenn du das Gefühl hast, du hast Fernweh, dann wag es! Wenn du das Gefühl hast, du würdest alles verlieren, wenn du jetzt fährst, dann lass es!

Denk dran: Es geht immer nur um dich.

 

Und ich für meinen Teil freue mich auf einen neuen Lebensabschnitt in der Ferne.

 

Herzlichst Stefanie

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Über Steffi 80 Artikel
Ich bin Stefanie und reise mit meinem Mann als Digitale Nomaden um die Welt. Auf unserem Blog schreibe ich hauptsächlich über die Gedanken und Vorbereitungen auf dem Weg zum Start unserer Reise ebenso wie die Aufgaben, die sich uns unterwegs stellen.

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