Vom Zuhause fühlen und Abschied nehmen

Tisch, Stühle und eine Yogamatte neben einem Wohnmobil
Unser Zuhause auf Zeit auf dem Stellplatz El Rincon
Tisch, Stühle und eine Yogamatte neben einem Wohnmobil
Unser Zuhause auf Zeit auf dem Stellplatz El Rincon

Ich war auf viele Dinge gefasst, als wir uns auf den Weg zu unserer ersten Überwinterung in Spanien gemacht haben. Neues Land, neue Leute, spannende Begegnungen und Begebenheiten. Aber nicht, dass es so viel mit Abschied nehmen zu tun hat.

Klar hatte ich gedacht, dass es uns schwer fallen wird, Deutschland und die vielen Menschen, die uns dort etwas bedeuten, zu verlassen. Auch wenn es nur für eine begrenzte Zeit ist. Ich hatte auch erwartet, dass wir unterwegs freundliche Menschen treffen, eine tolle Landschaft sehen und ich mich zu Hause fühlen würde. Denn schließlich ist für mich ein Zuhause ein Ort, an dem ich mich wohl fühle. Ein Ort, an dem Menschen sind, die ich mag. Ich habe mich schon immer an vielen Orten Zuhause gefühlt: bei meiner Familie in Delmenhorst, in unserer Wohnung in Leipzig oder zuletzt bei meinen Schwiegereltern in Zwickau und jetzt eben in Simon. Ich habe in Deutschland tief verwurzelte Beziehungen und mich dort sehr wohl gefühlt. Warum wollte ich trotzdem reisen?
Blumenpracht gibt es auch in Deutschland.
Blumenpracht gibt es auch in Deutschland. Nur eben nicht im Dezember.

Eine einfache (und gar nicht so falsche) Antwort ist: „Weil es geht!“ Wir haben als Deutsche das Privileg tatsächlich fast überallhin reisen zu können, wohin wir wollen. Durch unsere Bemühungen um eine ortsunabhängige Tätigkeit mit der wir unseren Lebensunterhalt verdienen können, sind Sebastian und ich auch nicht mehr an Urlaub gebunden. Und ich habe schnell fest gestellt, dass das Reisen den eigenen Horizont erweitert und wenigstens bei mir dazu führt, dass ich auch die Schönheit in der eigenen Heimat wieder erkennen konnte. Bei meinem ersten Besuch in Minnesota war ich von dem tollen Laub so beeindruckt und hätte schwören können, das es so etwas in Deutschland nicht gibt. Erst nach meiner Rückkehr und als ich genauer hin gesehen habe, ist mir aufgefallen, dass es auch zu Hause einen goldenen Herbst gibt, der absolut sehenswert ist!

Insofern weiß ich, dass du erst fern der Heimat sein musst, um diese schätzen zu lernen. Schließlich vermisst man immer nur das, was gerade nicht da ist. Und Heimweh kannst du nur haben, wenn du fern der Heimat bist. Ich stimme denjenigen zu, die sagen, dass du erst mit dir und zu Hause glücklich sein musst, bevor du woanders dein Glück finden kannst. So ging und geht es mir auch. Ich bin in Leipzig in unserer Wohnung glücklich gewesen und ich bin es jetzt unterwegs mit unserem Simon.
Unser schöner, sonniger Stellplatz mit der Nummer 13
Unser schöner, sonniger Stellplatz mit der Nummer 13
Und doch hat es mich überrascht, wie schwer mir an manchen Punkten der Abschied fällt. Es war in Palamós schon so, dass ich bei unserem  zweiten Besuch gedacht habe, wie gut es ist, dass wir weg müssen, um unseren Flug zu bekommen. Sonst hätte ich sicherlich immer wieder einen Grund gefunden, um bleiben zu können. An „unserem“ Strand in La Higuerica war es auch so, dass wir so gerne geblieben wären, aber ja in Malaga sein mussten. Jetzt haben wir uns zwar selbst etwas langsameres Reisen verordnet (ich habe ein Déjà-vu… die Erkenntnis hatten wir doch schon einmal ganz am Anfang unseres Wohnmobillebens!), aber wird uns das Abschied nehmen nicht noch schwerer fallen, je länger wir bleiben? Und je mehr wir das Gefühl von Zuhause an diesen Stellplatz knüpfen?
Vermutlich schon.
Ein Schild mit der Zahl 13 und ein paar Weinranken
Die Nummer 13 hat uns in diesem Fall auf keinen Fall Pech gebracht.

Insofern kann ich die Wohnmobilisten, die monatelang auf einem Platz bleiben, mittlerweile wirklich gut verstehen. Es treibt einen ja nichts. Und wenn du einen schönen Platz gefunden hast, warum solltest du ihn auf der Suche nach einem vielleicht nur minimal besseren Platz verlassen? Du kennst dich aus, fühlst dich zu Hause und je länger du bleibst, desto schwerer fällt dir der Abschied.

So geht es mir im Moment.
Mir fällt der Abschied schwer. Wegen der Menschen. Wegen dem Gefühl von Zuhause.
Aber es hindert uns nichts daran, zurück zu kommen.
Und wer weiß, wen wir unterwegs noch treffen und wo wir uns noch zu Hause fühlen werden.
Wie ist das bei Dir? 
Wo fühlst Du Dich zu Hause?
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Über Steffi 80 Artikel
Ich bin Stefanie und reise mit meinem Mann als Digitale Nomaden um die Welt. Auf unserem Blog schreibe ich hauptsächlich über die Gedanken und Vorbereitungen auf dem Weg zum Start unserer Reise ebenso wie die Aufgaben, die sich uns unterwegs stellen.

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